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Gas versus Wasser

Beide Verfahren haben ihr spezifisches Anwendungsgebiet

Welches Fluid zum Einsatz kommt, wird überwiegend durch die Bauteilanforderung definiert.

Gas (GIT)

Tendenziell bevorzugt man Gas immer dann, wenn Schwindung kompensiert werden soll, Masseanhäufungen nicht vermeidbar sind, Kanalquerschnitte sehr klein sind, das Wasser nicht aus dem Bauteil entfernt werden kann oder die Baugröße des Injektors ausschlaggebend ist.

GIT-Anlagentechnik

Wasser (WIT)

Wasser kommt zum Zug, wenn die Querschnitte und die Kanallänge in Abhängigkeit vom Material für die Gasinjektionstechnik zu groß werden. Neben dem Verzug spielt die Restwanddicke eine zentrale Rolle.

Betriebswirtschaftlich stehen die wesentlich kürzeren Zykluszeiten und die nicht anfallenden Fluidkosten im Vordergrund. Bei großen Stückzahlen kann dies zu einer Reduzierung der Investitionskosten um bis zu 50 % führen.

WIT-Anlagentechnik

Die vier Verfahren

Verfahrensvarianten der Fluidinjektion

Klicken Sie auf ein Verfahren, um Ablauf und Eignung im Detail zu lesen.

Die Form wird nur zum Teil mit Schmelze gefüllt (i. d. R. 50–60 %), da die vollständige Bauteilbefüllung durch die Ausbildung der Fluidblase erfolgt. Hierbei treibt die Fluidblase die Kunststoffschmelze vor sich her, sodass bei korrekter Bauteilauslegung und Vorfüllung das Bauteil zum Schluss komplett gefüllt ist.

Als Fluid dient entweder Wasser oder Gas. Dieses Verfahren ist – dort, wo es sinnvoll ist – das wirtschaftlichste, da Materialeinsatz und Schließkraftbedarf der Spritzgussmaschine optimal reduziert werden.

Eignung: stabförmige Bauteile wie Griffe und Ähnliches.

Zunächst füllt man die Kavität vollständig mit Schmelze und öffnet dann vor der Fluideinleitung den Überlauf. Das Fluid verdrängt die flüssige Schmelze direkt zurück in den Schneckenvorraum der Spritzgussmaschine. Das zurückgedrückte Material liegt vorne im Schneckenvorraum und bildet direkt beim nächsten Zyklus die Außenhaut des folgenden Bauteils.

Einem semi-stabilen Gemisch von mehrfach wiederverwendetem Material, wie beim Recyceln von Restmaterialien aus dem Überlaufverfahren, wird somit vorgebeugt. Durch die von uns entwickelten Heißkanalsysteme wird der thermische und mechanische Materialabbau unterbunden.

Das Verfahren bietet eine hohe Reproduzierbarkeit, höchste Prozessfähigkeit, geringeren Materialeinsatz sowie eine Reduzierung der Energiekosten.

Eignung: Dachrelings, Rohre, aber auch komplexere Bauteile wie der Kunststoffrahmen der Karro-Schubkarre.

Nach Abschluss der Füllphase der Kavität treibt das Fluid das Projektil durch das Bauteil. Die speziellen Injektoren, welche das Projektil aufnehmen, müssen für jeden Zyklus neu bestückt werden.

Mittels dieser Technik kann – im Gegensatz zur reinen Fluidtechnik – eine dünnere Wandstärke auch bei größeren Querschnitten erreicht werden. Prinzipiell funktioniert das mit Wasser und Gas. Insbesondere die druckabhängige Volumenstromregelung aus unserem Haus bietet hier große Vorteile, da sie die Vorlaufgeschwindigkeit des Projektils direkt regelt. Somit wird ein „Trudeln“ des Projektils verhindert und eine gleichmäßig glatte Oberfläche erzeugt.

Eignung: Kühlwasserrohre oder Ladeluftrohre mit größerem Durchmesser – die Geometrie sollte über die gesamte Länge konstant sein.

Schematische Darstellung des Projektil-Injektionsverfahrens

Aerosol ist eine relativ neu entwickelte Verfahrensvariante der Fluidinjektion. Ziel ist es, die Vorteile der WIT- und GIT-Technologie zu kombinieren, ohne die jeweiligen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Das Verfahren basiert auf der GIT, allerdings wird dem N₂ während der Injektion fein dispergiertes Wasser zugeführt. Über den Anteil des Wassers kann eingestellt werden, ob die innere Kühlwirkung überwiegen soll oder die Möglichkeit der Druckübertragung zur Schwindungskompensation. Durch die stützende erstarrte Randschicht innen kann der maximale Querschnitt von GIT-Bauteilen vergrößert werden.

Eignung: WIT-Bauteile, bei denen Wasser aufgrund von Geometrie oder Material nicht einsetzbar ist – sowie GIT-Bauteile, deren Zykluszeit reduziert werden soll oder deren Querschnitte für eine reine Gasanwendung zu groß sind.

Verfahrensauswahl

Welches Verfahren passt zu Ihrem Bauteil?

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